Blindverkostung VI: bios Cola vs. Brunnthaler Cola vs. Vielanker Cola vs. Rième Cola

Guten Abend Cola-Fans,

die sechste Blindverkostung verschiedener Cola-Sorten stand heute bei mir auf dem Programm. Nach längerer Pause kam ich dazu, immerhin vier mir noch unbekannte Colas mit Coca-Cola zu vergleichen. Mein Bestand an unprobierten Cola-Sorten belief sich zwischenzeitlich auf 14 Flaschen, was dann doch langsam aber sicher zu viel Platz beanspruchte. Zumal kosmocolafan eine weitere Kiste edlen schwarzen Stoffes ankündigte – Cola-Tauschprogramm sei Dank. Smile

Die heutige Auswahl bestand aus bios Cola, Brunnthaler Cola, Vielanker Cola und der französischen Rième Cola. Alle Flaschen waren kühl, aber nicht zu kalt temperiert, um den Geschmack gut entfalten zu lassen. Der Test verlief wie immer verblindet, ich wusste also nicht, in welchem Glas sich welche Cola-Sorte befand.Blindverkostung VI

Das Testfeld war insofern angenehm, als dass es diesmal keinen krassen Ausreißer gab. Alle Sorten haben mir mehr oder weniger gut geschmeckt, wenn sie auch zum Teil fast etwas langweilig normal waren. Außergewöhnlich waren jedoch die Formen der Cola-Flaschen: Mit der Vielanker Cola und der Rième Cola befanden sich zwei Colas mit Bügelflaschen im Rennen. Die bios Cola kommt in einer Longneck-Flasche mit Kronkorken daher, die Brunnthaler Cola mit Schraubverschluss und Glasflasche.

Die Ergebnisse:

  • Alle Cola-Marken hat eine schöne, schwarze Farbe, die sich kaum zwischen den Sorten unterschied.
  • Die Bügelflaschen wirken zwar edel, sind gut wieder zu verschließen und ploppten schön beim Öffnen. Jedoch wiesen die Vielanker und Rième auch die geringste Kohlensäure auf. Vielleicht also doch nicht der ideale Verschluss für eine Cola.
  • Insgesamt gewonnen hat bei mir die Vielanker Cola – eine echte Überraschung! Der Duft war angenehm frisch, süß und roch nach Süßholz, Teer und reifer Orange. Der Geschmack setzte sich von den Duftaromen ab und faszinierte mich: Die Cola war trocken, prickelnd auf der Zunge, schmeckte zwar nur mittelstark nach Cola, hatte dafür ein interessantes, fast rauchiges Aroma mit Süßholznote, Zitrone und ausgeprägter Birne. Gerade der Birnen-Geschmack harmonierte gut mit der Cola, die ansonsten leicht ins Gummibärchenartige tendiert.
  • Die Brunnthaler Cola, die mit eiszeitlichem Mineralwasser wirbt, hatte eine angenehme, deutliche Cola-Note im Duft, der nicht zu süß und bis auf die leichte Aprikose recht unauffällig war. Der Geschmack der Brunnthaler ist ausgewogen, schmeckt gut nach Cola und leicht nach Limette. Gut, aber nicht sonderlich spannend.
  • Die bios Cola hatte den auffallendsten Geruch und Geschmack – leider nicht im positiven Sinne. Während die Cola säuerlich und intensiv nach Lebkuchen und Süßholzwurzel (Lakritz) riecht, war mein erster Geschmackseindruck: Malzbier! Der malzige Geschmack der Bio-Cola dominiert alles. Dagegen kommt die leichte Cola-Note nicht an, weswegen bios den Geschmack wohl auch „Coola“ nennt. Eine leichte Säure ist schmeckbar, ansonsten ist die bios Coola kaum süß, fast wässrig.
  • Die größte und eleganteste Flasche hatte die Rième Cola aus Frankreich zu bieten. Der Duft versprach Gutes: Leicht süß mit schönem Cola-Aroma. Auch insgesamt gefiel mir die Rième mit rundem Cola-Geschmack und leichter Säure. Sie scheint sich jedoch am Massengeschmack zu orientieren und fällt daher ähnlich wie die Brunnthaler Cola solide, aber unspektakulär aus.
  • Bei der Coca-Cola, die als Vergleichswert mitlief, nahm ich im Geschmack diesmal ein Mandelsirup-Aroma wahr. Darauf muss ich künftig mal achten. Smile


Nach längerer Pause hat die Blindverkostung neuer Sorten mal wieder viel Spaß gemacht. Kennt ihr eine der Sorten? Wie findet ihr sie?
Schöne Grüße
Fabian

P.S. zum Ablauf:

Meist habe ich bei den Blindtests Hilfe, aber diesmal habe ich es allein gemacht. Und das geht so: Unter die Gläser klebe ich kleine Zettel (abgerissen von Post-Its) mit den Buchstaben A bis E. Die Buchstaben sieht man nur, wenn man unter das Glas schauen würde. Dann gieße ich die Colas ein und notiere, welche Sorte zu welchem Buchstaben gehört.

Das Verblinden gelingt dann recht zuverlässig, indem ich mit den gefüllten Gläsern das Hütchenspiel spiele – also sie solange hin- und herschiebe, bis ich selbst nicht mehr weiß, welches Glas welchen Buchstaben hat. Big Grin

Kommentar von Forenmitglied kosmocolafan:

Immer wieder amüsant, was verschiedene Testpersonen so alles aus einer Cola herausschmecken. Beruhigend indes, wie harmonisch es in unserem kleinen, aber feinen Forum trotz unterschiedlicher Geschmäcker nach wie vor abgeht.

Die Vielanker Cola ist mir um einige Größenordnungen zu sauer, sowohl in Mengen als auch für den kleinen Genuss. Meines Erachtens ist da neben Zitrone auch Sanddorn (von der eigenen Fassbrause) beigemengt worden, das diesen Eindruck noch verstärkt und überhaupt, wie ich finde, sich in einer Cola nicht so sonderlich gut macht.

Der Rieme Cola wiederum habe ich von Massengeschmack so gar nichts angemerkt. Durch das ausgesuchte, qualitativ hochwertige Miteinander von Cola und diversen anderen (Frucht-/Gewürz)aromen kommt sie, noch zumal angesichts des exorbitant hohen Preises von 3,99 Euro pro 750-ml-Flasche, eher edel-avantgardistisch bei mir an. Was sie meiner Meinung nach auch zu einem klaren Kandidaten für eure Cola-WM macht! Allerdings freut es mich, dass du, Fabian, sie wohl doch zu mögen scheinst. Bei dem von mir wahrgenommenen leisen Anklang an Club-Mate-Cola war ich mir da nicht so sicher.

Auf die Brunnthaler Cola hast du mich jetzt neugierig gemacht!

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